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Unbrand to Rebrand: Warum Veränderung Teil einer starken Marke ist

  • Kathi Stiedl
  • 29. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Juni

Nicht alles, was einmal richtig war, ist es auch heute noch.


Das gilt für Menschen genauso wie für Marken und Unternehmen. Trotzdem halten wir viel zu oft länger an Dingen fest, als uns guttut. Aus Gewohnheit, aus Loyalität oder weil wir Angst davor haben, was eine Veränderung für uns bedeuten könnte.


Gerade in der Selbstständigkeit, wo Arbeit und Marke so eng mit der eigenen Identität verbunden sind, fällt es schwer, sich einzugestehen, dass etwas nicht mehr stimmt. Nach außen scheint häufig alles zu funktionieren. Das Business läuft, Kund*innen buchen, Projekte werden abgeschlossen und trotzdem entsteht dieses leise, unangenehme Gefühl. Die Freude wird weniger, Entscheidungen fallen schwerer, die Energie nimmt ab und irgendwie fühlt sich nichts mehr so wirklich richtig an.


Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Viel zu lange habe ich mein Bauchgefühl ignoriert, Entscheidungen aufgeschoben und mich vor Veränderungen gedrückt. Nicht, weil ich keine Antworten hatte, sondern weil ich Angst davor hatte, was es bedeuten würde, ehrlich hinzuschauen, mich neu zu erfinden und große Entscheidungen zu treffen. Und ja, auch davor, was andere darüber denken könnten.


Also habe ich mein Bauchgefühl einfach so lange ignoriert, bis es irgendwann implodiert ist und ich etwas verändern MUSSTE.


Heute, nach sechs Jahren Selbstständigkeit, vier Unternehmen und zwei gescheiterten Projekten, weiß ich:

Neuausrichtung ist kein Zeichen von Scheitern.

Ganz im Gegenteil. Oft ist sie ein Zeichen dafür, dass man beginnt, ehrlich hinzuschauen. Und manchmal kann genau dieser Prozess überraschend befreiend sein und die Leichtigkeit und Klarheit zurückbringen, die am Weg verloren gegangen sind.


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Genau wir wir, dürfen sich auch Marken verändern. Und das ist gut so! :) Foto Credits: Unsplash

Marken dürfen sich verändern

Marken sind nicht in Stein gemeißelt. Sie dürfen sich verändern... genauso wie wir!

Und das idealerweise nicht erst dann, wenn der Druck zu groß wird oder das Bauchgefühl implodiert.

Der richtige Zeitpunkt für Veränderung ist selten eine Krise.

Meist beginnt sie viel früher: mit einem leisen Gefühl, das anklopft und spürbar macht, dass etwas nicht mehr ganz passt oder sich verändern möchte.

Hier sind drei Schritte, die mir bei meiner eigenen Neuausrichtung geholfen haben und die ich auch meinen Kund*innen in Rebrandingprozessen immer mitgebe:

Schritt 1: Unbrand

Wenn Menschen an Branding denken, denken sie oft zuerst an Farben, Logos oder Social Media. Dabei beginnt jede starke Marke nicht im Außen sondern im Innen... bei der Identität :)


Bevor du dich also fragst, wie deine Marke aussehen soll, lohnt sich eine viel grundlegendere Frage: Passt deine Marke noch zu dem Menschen, der du heute bist?


Viele überspringen diesen Teil, weil er unbequem sein kann. Design ist greifbar und macht Spaß. Ehrliche Selbstreflexion dagegen verlangt Mut. Genau dort liegt aber oft der wichtigste Hebel.

Denn eine Marke ohne Identität wirkt schnell beliebig. Sie orientiert sich an Trends, Konkurrenz oder Erwartungen, statt eine eigene Haltung zu entwickeln.

Klarheit entsteht nicht im Außen.

Deshalb lohnt es sich, zuerst nach innen zu schauen.

  • Wann fühlst du dich in deinem Business wirklich wie du selbst?

  • Wofür möchtest du mit deiner Arbeit stehen?

  • Und welche Werte sind für dich nicht verhandelbar?


Im Branding spricht man hier von Markenwerten. Meist sind das drei oder vier Begriffe, Eigenschaften oder Haltungen, die dich und deine Marke im Kern auszeichnen. Sie sind deine Basis. Das, was dich anleitet, Entscheidungen Orientierung gibt und für dich nicht diskutierbar ist.


Schritt 2: Redefine

Wenn klar wird, wofür du stehst, beginnt der eigentliche Wandel: die Übersetzung deiner Werte ins Handeln. Denn Werte allein verändern noch nichts. Sichtbar werden sie erst dann, wenn wir beginnen, unsere Entscheidungen danach zu treffen.


Im Branding spricht man hier oft von Markenpersönlichkeit oder Markenfacetten. Ich nenne es lieber Spielregeln. Also klare Prinzipien dafür, wie du arbeitest, entscheidest und mit anderen Menschen in Beziehung trittst. Genau hier entsteht Glaubwürdigkeit.


  • Wenn Ehrlichkeit einer deiner Werte ist, zeigt sich das nicht auf einer Über-uns-Seite, sondern darin, wie du kommunizierst, Feedback gibst oder Grenzen setzt.

  • Wenn Leichtigkeit wichtig für dich ist, darf sich das in deiner Zusammenarbeit, deinen Prozessen oder deiner Art zu arbeiten widerspiegeln.

  • Und wenn Nachhaltigkeit zu deinen Werten gehört, dann stellt sich die Frage, wie konsequent sich das tatsächlich durch dein Business zieht.


Werte werden erst dann glaubwürdig, wenn du sie erlebbar machst. Ein guter Gradmesser dafür ist eine einfache Frage: Wenn Menschen mit dir arbeiten oder mit deiner Marke in Kontakt kommen – was sollen sie erleben und über dich sagen?


Schritt 3: Rebrand

Wenn du weißt, wofür du stehst und wie sich diese Haltung in deinem Handeln zeigt, wird es deutlich leichter, deine Marke nach außen zu gestalten. Und zwar so, das sie wirklich zu dir passt.


Im Branding spricht man hier vom Markenerlebnis. Also dem Gefühl, das Menschen mit deiner Marke verbinden. Dieses Erlebnis entsteht nicht nur durch Design, sondern durch alles, was Menschen mit dir erleben: Sprache, Haltung, Kommunikation, Positionierung und dein visueller Auftritt.


Sprache und Kommunikation

Kommunikation ist oft der direkteste Ausdruck einer Marke. Menschen spüren schnell, ob Sprache echt wirkt oder eher nach Erwartungen oder KI klingt.


  • Englisch liegt dir nicht? Dann lass es.

  • Du kannst mit den typischen LinkedIn-Floskeln nichts anfangen? Dann musst du sie auch nicht verwenden.

Starke Kommunikation entsteht nicht dort, wo alles möglichst professionell klingt, sondern dort, wo Sprache Persönlichkeit zeigt und sich nach dir anfühlt.

Positionierung

Das gilt genauso für die Positionierung.

Viele versuchen, möglichst breit und für alle relevant zu sein. Dabei gewinnt langfristig selten die Marke, die am lautesten ist, sondern jene, die klar sagen kann, für wen sie da ist, wofür sie steht und was nicht zu ihr passt.


  • Du möchtest mit bestimmten Kund*innen oder Branchen arbeiten? Kommuniziere es.

  • Dir sind in der Zusammenarbeit Werte wie Ehrlichkeit und Leichtigkeit besonders wichtig? Kommuniziere es.

  • Du möchtest bestimmte Dinge nicht tun? Kommuniziere es.

Je klarer du in deiner Positionierung bist, desto leichter finden dich die richtigen Menschen.

Design und Auftritt

Und natürlich gehört zu Branding auch das Design dazu. Aber nicht nur als Dekoration sondern als strategisches Instrument.


Design sollte Spaß machen und anwendbar sein.


  • Lila ist gerade nicht im Trend, aber deine Lieblingsfarbe? Dann nutze sie.

  • Du hast Lust, deine Farben oder deinen Auftritt weiterzuentwickeln und zu verändern? Dann mach es.

  • Dir ist egal was gerade im Trend ist? Gut so!


Denn gutes Design funktioniert nicht nur auf einem Moodboard oder Instagram Feed. Es funktioniert im Alltag, unterstützt deine Arbeit und spricht die Menschen an, die du erreichen möchtest. Und das Wichtigste: Es fühlt sich zu 100 % nach dir an.


Mut zur ehrlichen Neuausrichtung

Ich persönliche wünsche mir, dass wir wieder mutiger werden, Ecken und Kanten zu zeigen und Marken nicht nur als strategisches Werkzeug verstehen, sondern als Ausdruck von Menschlichkeit.


Gerade in Zeiten wie diesen braucht es nicht noch mehr perfekte Fassaden oder austauschbare Kommunikation.

Es braucht Marken mit eigener Stimme. Marken, die berühren, wiedererkennbar sind und langfristig funktionieren, weil sie nicht versuchen, perfekt zu sein, sondern echt.

Wenn du genau dabei Unterstützung brauchst, helfe ich dir (sehr) gerne weiter :)

Unsere Autorin: Kathi Stiedl

Hey, ich bin Kathi. Ich bin Mitgründerin von PREP AND BRACE und leite außerdem meine eigene Branding & Social Media Agentur (AUS DER NORM). Meine große Leidenschaft ist die Kommunikation.


Ich liebe es, Strategien und Brandings zu entwickeln und Marken dabei zu unterstützen, authentische Geschichten zu erzählen. Als Marketingexpertin und Unternehmensberaterin begleite ich meine Kund*innen seit bald 6 Jahren mit (viel) Herz und (echter) Begeisterung.


Zu meinen Kernthemen zählen Branding, Social Media Marketing und digitale Kommunikation.

 
 
 

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